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Alles in Ordnung

Diese Welt ist alles andere als leicht zu ertragen: Aus einer ursprünglichen Momentaufnahme des Wahnsinns und der Irren ist ein Standbild geworden. Nichts für schwache Gemüter. Für mich überhaupt nur zu ertragen, wenn regelmäßige kleine Fluchten dafür sorgen, dass mein inneres Metronom im Takt bleibt.

Meine kleinen Touren mit dem Rad gehören zu den Taktgebern: In dieser Woche trieb es mich an der Alb entlang durch Karlsruhe an den Rhein.

Tatsächlich war es das schon: Das einfache „Dahintreiben“ (mal schauen, wo man rauskommt) hat eine wunderbare Leichtigkeit, in der außer mir, meinem Rad und der kleinen Fuji niemand mehr Platz hat. – Und dann ist alles in Ordnung.

am Rheinhafen
An der Alb in Karlsruhe
… und wenn ihr noch so laut seid!
Zerreiß deine Pläne. Sei klug
Und halte dich an Wunder.
Sie sind lang schon verzeichnet
Im grossen Plan.
Jage die Ängste fort
Und die Angst vor den Ängsten.

Mascha Kaleko (aus dem Gedicht „Rezept“)

Seitenblick auf das Schloss in Karlsruhe
am Wegesrand

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7 Kommentare

  1. Es gelingt sicher nicht immer, die Ängste zu vertreiben, aber zu spüren, was in diesem Moment wirklich um uns ist, was in diesem Moment zählt, hilft schon ungemein. So wie dir, auf deinen Runden mit dem Rad, wie mir, auf meinen Hunderunden. Auf allen Kanälen werden uns Schlagzeilen entgegengebrüllt, die wir in ihrer Geballtheit kaum aushalten können. Müssen wir auch nicht, wir können sie abschalten. Ein Häppchen davon ab und an reicht, man muss es schließlich auch verdauen. Serviert von jemandem, der sich gut damit auskennt, sonst kann man sich trotzdem den Geist verderben ;-). Ich glaube so kann man sich ein gutes Stück Leichtigkeit bewahren und das Herz offen halten für all das Schöne in unserer Welt. So z. B. für den wunderschönen Anblick von Kornblumen in einem Gerstenfeld.

    Liebe Grüße

    Conny

    1. Wie schön von dir zu lesen! –
      Wir haben ELement of Crime kürzlich zwei Stunden lang live genießen dürfen. Und tatsächlich: Was für ein Genuß!
      ALles Liebe für dich und euch,
      Werner

  2. Ja, lieber Werner,

    es ist erstaunlich, wie nah das Glück oft ist!

    Es braucht manchmal tatsächlich nur eine Kamera, etwas Zeit und den Mut, die eigenen vertrauten Wege und Viertel neu zu betrachten. Ich mag diese sanfte, bewusste Entschleunigung, die sich aus der Mischung von Neugier, Konzentration und Achtsamkeit ergibt. Irgendwo in alledem liegen auch Liebe und Frieden.

    Herzlich, Dirk

    1. Du zeigst genau das immer wieder: Wie wenig es braucht. Du weißt, wie dankbar und froh ich um deine Beiträge (und deine Einstellung) bin. Im Kern zeigt sie mir: ich bin nicht ganz allein.
      In Verbundenheit,
      Werner

  3. Was dir dein Fahrrad, Conny ihre Hunderunde ist mir mein Schwimmen und die Runde auf dem eMotorrad. Kleine Auszeiten vom Wahnsinn. Kopf und Gedanken ausschalten. Fokus auf sich.
    Und das ist gut zu. Das hat nichts mit wegrennen zu tun. Das ist Selbstfürsorge.
    Nur das mit der Kamera geht mir zZt nicht von der Hand.
    Und dein Brückenbild ist dazu die perfekte Metapher. Oben brüllt der Wahnsinn, aber darunter gibt es eine Spur Langsamkeit.
    Keep strong!

    1. Ich habe auf einem Bild dein E-Motorrad gesehen. Das macht bestimmt ebenso viel Freude! – Du solltest mal einen Beitrag mit Fotos davon machen!
      Liebe Güße,
      Werner

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