Ein starkes Wir

Ich sitze vor einem weißen Blatt Papier (in Bildern gesprochen) und frage mich, was ich über das zurückliegende Wochenende zum „Peter-und-Paul-Fest“ in Bretten schreiben kann. Vieles geht mir durch den Kopf. Nein, nicht, wie viele Menschen dort waren und feierten, nicht, wie das Wetter war, nicht, welche Programmpunkte insgesamt zu sehen waren oder welche davon (meiner Meinung nach) besonders sehenswert waren. Nein, nichts von alledem treibt mich wirklich um.

Es ist etwas anderes: Es ist der Gedanke, wie sehr identitätsstiftend dieses Fest ist; Wie sehr viele Menschen auf dieses Ereignis warten, sich darauf vorbereiten, es planen und üben. Wie viel Zeit sie mit der Vorbereitung verbringen, sich darauf freuen und dann – wenn es dann endlich soweit ist – gemeinsam feiern. Es ist nicht nur, aber eben AUCH, ein Fest der Gemeinsamkeit. Bei aller Unterschiedlichkeit der Menschen, der teilnehmenden Gruppen, der vielen unterschiedlichen Gewänder: Es ist ein Fest, auf dem man die Gemeinschaft beschwört.

Und es ist ein Fest, auf dem man diese Gemeinschaft spüren kann, wenn man sich einlässt, wenn man eintaucht in Traditionen, Gruppen und Veranstaltungen. Wenn man bereit ist, nicht nur zu nehmen, sondern auch etwas von sich zu geben.

Wenn man ganz genau hinschaut, stellt man sogar fest, dass wir bei aller Unterschiedlichkeit, am Ende uns doch alle nach den gleichen Dingen sehnen: Gemeinschaft, Harmonie, Wärme : ein gesundes Miteinander.

Wir sollten dieses Gefühl in den Alltag tragen. Es würde uns als Gewand bis zum nächsten „Peter-und-Paul-Fest 2027“ gut stehen.

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2 Kommentare

  1. Bei uns ist gerade „Volksfest“, also Oktoberfest in mini-mini. Bierzelt. Blasmusik. Partyabende.
    Und ja, diese Feste bringen Menschen zusammen. Geben Gemeinschaft. Auch wenn alle ein klein klein wenig bierseelig sind, plötzlich gibt es dieses „wir“ wieder. Für ein paar Tage.

  2. Lieber Werner,

    was Du da beschreibst und trefflich bebilderst, rührt mich wirklich an! Es hat für mich mittlerweile den Charakter eines Kleinodes, oder auch den von etwas, was verloren zu gehen droht. Ich kenne das auch noch, dass Rituale eine Gemeinschaft in einen friedvollen Gleichklang aus angenehmen Stimmen und gemeinsamen Wegen verwandeln.

    Das besteht selten nur aus Sympathie, sondern es hat auch was von einer Collage aus Gewohnheiten, die uns Menschen allesamt leise zusammennäht. In meinen langen Jahren in der DPSG war das selbstredend, dass Gleichheit nicht Gleichschaltung bedeutet, sondern das ehrliche Aushandeln dessen, was wir gemeinsam tragen.

    Die Priorität der Gruppe wird so nie zum Lehnstuhl der Pflicht, sondern zum Tauschraum der Möglichkeiten. Das ist das unscheinbare Wunder des starken Wir.

    Ein echt starker Beitrag, mein Lieber!

    In Verbundenheit, Dirk

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