Monnemer Dreck

Neulich samstags hieß es „auf nach Mannheim“, oder wie man in der Kurpfalz zu sagen pflegt: „Monnem“ : Eine kulinarische Erkundung der Neckarstadt mit Eattheworld .
Was mich und uns auf diesem dreistündigem Trip durch die Neckarstadt konkret erwarten würde, war mir nicht so ganz klar…. Die Befürchtung bestand wohl darin, mich in einer Stadtführung wiederzufinden, die von einem Guide mit Fähnchen oder Regenschirm mit schnellem Schritt angeführt wird. … ABER: Gott sei Dank,nichts von alledem.

Es war das Gegenteil: Eine Stadtführerin, die mit Leidenschaft, großer Zugewandtheit und Empathie (Danke, Gisela) von ihrem Viertel zu erzählen wusste und dies auch mit dem entsprechenden Zungenschlag und Humor unterstrich.
Die Haltepunkte, ein Cafe, ein kleiner Imbiss, ein türkisches Restaurant, eine Eisdiele und ein Lädchen für Wildkräuter (Jochencooksforyou) waren ausnahmslos lecker. Alles immer unterlegt mit einigen großen und vielen kleinen Geschichten rund um die Stadtgeschichte Mannheims und dem so typischen Sound in Monnem.


Über 160 Nationen leben in Mannheim. Ja, nicht immer konfliktfrei (Konflikte aber finden sich auch hinter Jägerzäunen in Reihenhaussiedlungen) und auch nicht immer ganz leicht im Miteinander. Doch in dieser dreistündigen Tour bei wunderbarem Wetter offenbarte sich nicht nur eine kulinarische , sondern auch die kulturelle Vielfalt einer bunten Gesellschaft.
Diese Tour wurde so zu einem kleinen Plädoyer. Für Offenheit. Für das Miteinander. Für Vielfalt. Dieser „Monnemer Dreck“ ist genau das: eine Liebeserklärung an eine Stadt, die bunt ist – und bleiben soll. Und ein stiller Aufruf, genau dafür einzustehen.









Der Dialekt ist – zugegeben -nicht ganz einfach zu verstehen. Aber lohnens- und hörenswert. Für Freunde der Musik ist hier der Tipp aus der Region: (Das alles wie immer unentgeltlich und ohne finanzielles Interesse)
